Norbert MüllerWir haben Norbert Müller, Initiator und Förderer der Dualen Studiengänge an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) und Vorstandsvorsitzender des CompetenceCenter Duale Hochschulstudien StudiumPlus (CCD), zu den aktuellen unternehmerischen Herausforderungen befragt und wollten seine Meinung erfahren. Denn „Der nächste Tiefschlag für die Industrie“ so eine Headline im Wirtschaftsteil der FAZ vom 05.07.2019 zur Entwicklung des Auftragseinganges der deutschen Industrie im Vormonat.

Was sagen Sie dazu Herr Müller?

Leider ist es nicht mehr zu bestreiten: Der in den letzten Jahren so förderliche konjunkturelle Rückenwind dreht sich deutlich und dämpft jetzt als stetig wachsender Gegenwind die geschäftlichen Erfolgsaussichten. Zuletzt zeigt das Auftragsminus ein Ausmaß, das namhafte Ökonomen schon vom Verlust des Optimismus sprechen.

Doch was dagegen tun Herr Müller?

Wichtig ist jetzt ein gesunder Realismus. Das bedeutet eine ungeschminkte Situationsanalyse und darauf abgestimmte Kurskorrekturen. Die Segler wissen, wie man mit der „Hart am Wind“-Methode auch gegen den Wind vorankommen kann.

Was bedeutet das genau?

Direkt gegen den Wind kann man nicht segeln. Bei dieser Segelstellung wird das Boot zurückgetrieben. Das Boot wird deshalb nicht frontal, sondern im Winkel zwischen 25 und 45 Grad zum Wind gesteuert. Das flache, geschnittene Segel lenkt den Wind ab. Durch diese Umlenkung des Windes bildet sich ein Auftrieb, wie das Aerodynamiker bezeichnen, der den Segelschub dann bewirkt. Im Fokus bleibt das Ziel. Deshalb heißt es immer wieder zu kreuzen bzw. die Fahrtrichtung zu wechseln. Bei Gegenwind wird das Ziel also in einem Zick-Zack-Kurs angefahren. Segelt man dabei so hoch wie möglich, befindet man sich hart am Wind, das heißt auf optimalem Kurs im Gegenwind zum Ziel.

Sie meinen also, man sollte immer auf alles gefasst sein und mit der „Änderung der Windrichtung“ rechnen?

Genau! Dieses Bild ist durchaus geeignet, die Analogie zu den strategischen Herausforderungen unserer Unternehmen herzustellen. Geradewegs gegen den Wind können wir da auch wenig machen. Wenn unsere Kunden weniger Aufträge haben, kann man sie nicht zwingen, mehr zu bestellen. Also müssen wir nach links und rechts des bisherigen Kurses Ausschau halten und durch eine sehr flexible Steuerung versuchen, Chancen des Gegenwindes zu erkennen und diese zum Vorteil des Unternehmens zu nutzen. Zunächst ist da die Qualität der Segler – im Falle der Unternehmen: der Führung – gefragt. Vor dem Wind segelt auch ein Bündel Stroh! – so heißt es spöttisch in der Seglersprache.

Und was bedeutet es Übertragen auf die Unternehmenssituation?

Erfolgreiche Führung bei starkem konjunkturellem Rückenwind sagt noch nichts über die Qualität der Führung. Können beweist sich erst im Gegenwind, beweist sich in der Fähigkeit zu Veränderungen. Ein Changemanagement erfolgreich zu betreiben steht jetzt im Vordergrund und bedeutet im Kontext der konjunkturellen Herausforderungen, Initiativen zur Erschließung neuer Wachstumsfelder mit hoher Wirksamkeit zu implementieren. Es ist gerade die Komplexität der Digitalisierung, die neue Möglichkeiten zu neuen Geschäftsmodellen, auch zu neuen Dienstleistungen, ermöglicht.

Und was sind das für Dienstleistungen?

Dienstleistungen, wie erweiterte Service-, Schulungs- und Beratungsangebote, aber auch mit Retro-Fit-Installationen alte Anlagen und Systeme produktiver und leistungsfähiger zu machen. Diese Prozesse beginnen immer mit einem gründlichen „Strategie-Faktencheck“. Es bedarf einer sorgfältigen Analyse, inwieweit alle aktuellen strategischen und operativen Aktionen und Maßnahmen auf neue Wachstumschancen ausgerichtet sind.

Welche Fragen kommen hierbei auf?

  1. Inwieweit kann das Geschäftsvolumens mit bestehenden Kunden durch erweiterte Angebote gesteigert werden?
  2. Wie kann das Angebotsspektrum durch neue Innovationen bzw. neue Leistungsfelder für bestehende, aber auch neue Kunden-Zielgruppen erreicht werden?
  3. Wo gibt es Ansätze für disruptive Geschäftsmodelle und wie können diese zügig und konsequent realisiert werden?
  4. Wo und wie bieten sich die Bearbeitung neuer geografischer Zielmärkte an?
  5. Wo und wie finden wir die Ansätze zur Steigerung der Produktivität, die ein günstigeres Angebot im Preis-/Leistungsverhältnis ermöglicht, das heißt, die Wettbewerbsfähigkeit steigert?

Wenn man diese Fragen nicht allein lösen kann, wen kann man als Berater anfragen?

Das Team von Advacon. Die advacon-Matrix „Verbesserungen der Wertschöpfungsstruktur“ hat sich sehr wirkungsvoll in der Kostenanpassung an die Geschäftsentwicklung erwiesen. Hilfreich vor allem darin, das Finanzergebnis gerade auch bei schrumpfendem Volumen zu sichern. Dazu zählen „scope of work-Analysen“ ebenso wie PMO (project-management-office)-templates.

Mit diesen Methoden und Tools und einigen Themen mehr leisten die Partner des praxiserfahrenen advacon-Teams eine strikt erfolgsorientierte Unterstützung. Unverzichtbar für einen erfolgreichen Change-Prozess ist der Wandel in der Unternehmenskultur. Ein Wandel, der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dazu bewegt, die Herausforderungen pro-aktiv anzunehmen und mit leidenschaftlichem Siegeswillen zu gestalten.

Vielen Dank für Ihr Statement Herr Müller.