Der Co-Working Space wird von Unternehmen gemietet, die raus aus dem Alltag wollen. Coworking-Spaces waren bislang ein urbanes Phänomen - und ab sofort im 850 Einwohner großen Hungen-Obbornhofen. Dort eröffnet Daniel Gal auf 900qm den “Silicon Hill”, einen neuen Coworking Space für die Gründer Mittelhessens. Eine Geschichte über neue Symbiosen, wie Ideen zu Gold werden und dem Dorf als Lebens- und Wirkungsort.

Daniel Gal sprüht vor Energie und Dynamik. Gal denkt schnell, spricht schnell, seine Augen sind wach und man merkt sofort, dass er brennt für das, was er tut. Nicht umsonst ist die Hungener Agentur GAL Digital bereits drei Mal unter die Top 100 der innovativsten Firmen des deutschen Mittelstands gewählt worden. Seit 2005 konzipiert, gestaltet, entwickelt und vermarktet Daniel Gal mit seinem mittlerweile 30-köpfigen Team Individualsoftware, Apps und Webanwendungen. Seine Agentur hat den Sitz in einer alten Fabrik mit viel Historie in Obbornhofen, dem ältesten Dorf im Landkreis Gießen. Der neu eröffnete Coworking Space ist aufgeteilt in zwei Bereiche, „Hub‟ und „Space‟. Der Space ist ein Konferenzraum mit neun Arbeitsplätzen und hochwertiger Ausstattung: Ergonomische Tische und Stühle, Highspeed-Internet, Nutzung des Druckers und auch eines 3D-Druckers, ein professionelles Ton- und Fotostudio, darüber hinaus gibt es diverse Sportmöglichkeiten wie Basketball oder ein Bouleplatz, Getränke und Obst und einen eigenen Parkplatz. Für 200 Euro monatlich können sich Interessenten hier einmieten. Und was vor allem für Gründer besonders wichtig ist: Sie können von GAL Digital Netzwerk profitieren. „Wenn jemand ein Office mit guter Ausstattung braucht, kreativen Input oder Unterstützung beim Businessplan bekommen möchte, ist er bei uns genau richtig. In nicht-corona Zeiten haben wir hier fast jeden Tag Kunden, mit denen gerne genetworkt werden kann, dadurch können neue Symbiosen entstehen. Gründer können durch unsere Erfahrung profitieren und damit vielleicht den ein oder anderen Fehler umgehen‟, beschreibt Daniel Gal die Vorzüge des Coworking-Spaces. „Wenn man wirklich eine gute Idee hat, wird sie erst zu Gold oder Geld, wenn man sie mal mit anderen geteilt hat. Und genau das bieten wir hier, auf einem ziemlich hohen Niveau. ‟Bei Bedarf bietet sein Team auch Mentoring an. Der „Hub‟ nebenan bietet interaktive Displays, ein acht Meter langes Whiteboard umgeben von Moos und Technologien wie AR, VR, kontaktlose Herzfrequenzsensoren und Hirnwellenmessgeräte. Dieses inspirierende Umfeld lädt zum Entdecken und Querdenken ein.

Ein Leuchtturmprojekt für die Region

Workspace: Hier ist konzentriertes Arbeiten möglich: Neun hochwertige Arbeitsplätze stehen Interessenten zur Verfügung.Um die außergewöhnliche Konzeption und Gestaltung zu realisieren, holte Daniel Gal KNORZ - Raum für Konzepte aus Wetzlar mit an Bord. Sein Unternehmen hat sich auf die Gestaltung zukunftsweisender Arbeitsräume spezialisiert. Jetzt, wo sich Home-Office etabliert hat, gilt besonderes Augenmerk darauf, die Office-Strukturen den neuen Gegebenheiten anzupassen und den Mitarbeitern inspirierende und kommunikationsfördernde Flächen zur Verfügung zu stellen. Diese schuf Mario Knorz, Geschäftsführer des Unternehmens, auch im Coworking Space. Einerseits für konzentrierte Stillarbeit mit entsprechender Raumakustik, andererseits mit Möglichkeiten zur Interaktion: eine Lounge-Ecke für informelle Gespräche mit Sofaelementen mit integriertem Tisch, Stehbereiche, aber auch eine geschlossene Raumbox, in der man sich zu viert zurückziehen kann. Die vielen flexiblen Elemente wie die beiden höhenverstellbaren Tisch im Hub, die zu Whiteboards aufgeklappt werden können, erlauben dynamisches Arbeiten. Für Mario Knorz ist der Hungener Coworking Space ein besonderes Projekt, erzählt er begeistert: „Was Daniel Gal hier realisiert hat, ist ein Leuchtturmprojekt - für die Gründer in unserer Region ist das eine einmalige Chance. Nicht nur die Ausstattung, sondern auch Daniels Expertise und seine offene Art sollten junge Gründer auf jeden Fall nutzen.

„Gegründet wird auch auf dem Land‟

Doch wie passt das alles in die ländliche Hemisphäre? Obbornhofen liegt 4km von der A45 entfernt. Diese Strecke ist das Tor nach Frankfurt, Hanau, Wetzlar, Gießen und Fulda. „Gerade in Zeiten von Corona zeigt sich, wie hoch die Lebensqualität im ländlichen Umfeld ist. Ich glaube, dass es in den nächsten Jahren noch ein riesiges Umdenken geben wird, eine Rückbesinnung von der Stadt wieder aufs Land. Ich würde für kein Geld der Welt in die Stadt ziehen‟, erklärt Gal bestimmt, „wir wollen die Menschen aus den umliegenden Städten, wie Hungen, Lich, Pohlheim oder Nidda dazu bringen, hier in der Region zu bleiben. Die Gründenden soll hier starten, später ein eigenes Büro anmieten und hier auf dem Land Arbeitsplätze schaffen - und eben nicht in Frankfurt. Das ist die Idee dahinter und der feste Glaubenssatz “Gegründet wird auch auf dem Land.”

Sehnsuchtsort Dorf

Workspace-Küche: Auch die Küche können Gründer selbstverständlich mitbenutzen. Softgetränke, Säfte und Kaffeespezialitäten gibt es gratis Den Coworking-Space sieht Gal als seinen Beitrag zur regionalen Wirtschaftsförderung, mit dem er langfristig die Region stärken will, „Ich bin der Überzeugung, dass es auch in ländlichen Regionen pfiffige Gründer gibt und möchte nicht, dass die Macher der Region in die Städte abwandern. Die Gründer aus Lich, dem Vogelsberg, Grünberg oder Hungen sollen mit ihren Ideen auch hier in der Region bleiben. ‟ Daniel Gal kam selbst vor zwanzig Jahren nach Obbornhofen und gründete 2005 seine Agentur. Rund ein Drittel seines Teams kommt aus der weiteren Umgebung und lebt jetzt vor Ort, „Es gibt keine Vorherrschaft der Städter, dass nur die kreativ und gemeinsam arbeiten können. Der ländliche Raum wird für eine wachsende Zahl von Menschen zum Sehnsuchtsort. Der Grundgedanke unseres Coworking-Space ist es, das Dorf als Lebens- und Wirkungsort für junge, hochqualifizierte Menschen attraktiv zu machen. Hier kann man Arbeit und Erholung miteinander verbinden. ‟

Die Regionalmanagement Mittelhessen GmbH  bildet einen Zusammenschluss aller Handwerkskammern, Hochschulen, Industrie- und Handelskammern, Landkreise, Oberzentren, sowie dem Verein Mittelhessen e.V. Das Regionalmanagement stärkt und vermarktet den Wirtschafts- und Hochschulstandort in der Mitte von Hessen. Das Projekt „Digitalisierung – Gründung – Innovation in Mittelhessen“ wird von der EU aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert. Neben der Aktivierung des mittelhessischen Gründerpotenzials wird eine Innovationssteigerung des Mittelstands forciert. Knorz Bürosysteme und GAL Digital sind Mitglieder des Vereins Mittelhessen. Außerdem ist Daniel Gal im Netzwerk mittelhessen.digital aktiv