Das "coronarchiv" und die Körber-Stiftung rufen Kinder und Jugendliche im Rahmen eines Wettbewerbs dazu auf, sich mit den Veränderungen in ihrem Alltag durch die Corona-Krise zu beschäftigen und diese zu dokumentieren. (Quelle: Körber Stiftung)Jugendliche von heute werden die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen von morgen sein – auch in Bezug auf die aktuelle Corona-Krise. Das von den Universitäten Gießen, Bochum und Hamburg neu gegründete digitale „coronarchiv“ und die Körber-Stiftung rufen daher Kinder und Jugendliche im Rahmen eines Wettbewerbs dazu auf, sich mit den Veränderungen in ihrem Alltag durch die Corona-Krise zu beschäftigen und diese zu dokumentieren – sei es per Foto, Video, Audiodokument oder Text. „Welche Auswirkungen hat diese Krise auf die Menschen, den Alltag und die Region? Diesen Fragen möchten wir mit dem Wettbewerb aus der Perspektive junger Menschen nachgehen“, sagt Benjamin Roers, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) der Justus-Liebig-Universität Gießen und einer der Initiatoren des „coronarchivs“. Der Wettbewerb solle junge Menschen zudem motivieren, sich in der aktuellen Situation verantwortungsbewusst zu verhalten und Veränderungen im eigenen Umfeld wahrzunehmen.

Angelehnt an das Prinzip des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten, der seit fast 50 Jahren von der Hamburger Körber-Stiftung ausgeschrieben wird, können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein eigenes Beispiel, eine Erinnerung, ein Fundstück, ein eindrückliches Erlebnis oder Gespräch auswählen, das zeigt, wie sich die aktuelle Krise auf die eigene Familie oder die Region auswirkt. „Bei dieser Mitmach-Aktion erleben Schülerinnen und Schüler, dass sie in der aktuellen Krisensituation selbst Quellen produzieren können, aus denen zukünftige Generationen mehr über den Alltag mit der Corona-Pandemie erfahren“, so Gabriele Woidelko von der Körber-Stiftung.

Die Art der Präsentation ist den Teilnehmenden freigestellt: Ob Foto, kurzes Video- oder Audiodokument, ein kreativer oder sachlicher Text, ein Interview, ein Plakat, eine Collage – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Um die Verbreitung der Corona-Pandemie zu verlangsamen, sollen die jungen Menschen jedoch von zu Hause aus auf Spurensuche gehen. Gespräche und Videos mit Großeltern und anderen Familienangehörigen lassen sich auch digital aufzeichnen und übermitteln.

Alle eingereichten Beiträge gehen in das „coronarchiv“ über. Zudem lobt die Körber-Stiftung zehn Buchpreise für die besten Einsendungen aus und stellt die Preisträgerinnen und Preisträger mit ihren Themen vor. Mitmachen können alle Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre. Einsendeschluss ist der 15. Mai 2020.

„Durch die Beiträge für die Mitmach-Aktion werden die Perspektiven der Kinder und Jugendlichen auf die Corona-Pandemie dokumentiert. Für die Historikerinnen und Historiker in der Zukunft können das interessante Quellen sein“, sagt der Bochumer Professor Christian Bunnenberg, Geschichtsdidaktiker und Mitinitiator des „coronarchivs“.

Das „coronarchiv“ ist ein gemeinsames Public History-Projekt der Universitäten Hamburg, Bochum und Gießen. Es versteht sich als ein freies und offenes Onlineportal, zu dem alle beitragen können und das allen zugänglich ist. Das Ziel ist die fortlaufende Sammlung, Archivierung, Kontextualisierung und langfristige Bereitstellung von persönlichen Erinnerungen und Fundstücken zur Corona-Krise.

Initiatoren und Projektleiter sind Benjamin Roers, M.A., Wissenschaftlicher Mitarbeiter, International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), Justus-Liebig-Universität Gießen, Prof. Dr. Christian Bunnenberg, Juniorprofessur für die Didaktik der Geschichte, Ruhr-Universität Bochum, Prof. Dr. Thorsten Logge, Juniorprofessur für Public History und Nils Steffen, M.A., Koordinator des Arbeitsfeldes Public History, beide Universität Hamburg.

Weitere Informationen

www.coronarchiv.de

www.geschichtswettbewerb.de/mitmach-aktion