Experimentieren geht über studieren – Berufsorientierung im Bereich der Laborberufe. Foto: DBS LichAlle zwei Jahre schreibt das Regionalmanagement und sein Netzwerk Bildung den mittelhessischen Bildungspreis MINTmit aus, bei dem sich Projekte aus der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik bewerben können. Der Preisträger wird von einer kompetenten Jury aus dem Netzwerk Bildung um Klaus Repp (Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden) ermittelt und erhält neben einem Wanderpokal und einer Urkunde, ein Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro, das von der Schunk Group gestiftet wird. Ziel des Wettbewerbs ist es, Begeisterung für MINT-Fächer zu wecken und deren Weitergabe zu fördern. In dieser Serie möchten wir Ihnen einige Wettbewerbsbeiträge aus dem Jahr 2017 vorstellen.

Heute stellen wir Ihnen den Laborworkshop Transplantationsdiagnostik der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Lich vor, welcher in Kooperation mit der BAG Health Care entwickelt und durchgeführt wird. Ziel dieses Workshops ist es, den Schülerinnen und Schülern berufliche Tätigkeiten und Anforderungen im Bereich der Laborberufe zu vermitteln. Frei nach dem Motto: Experimentieren geht über studieren.

Der Workshop wurde erstmalig im Rahmen der Berufsorientierungsmesse Perspektive 2015 an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule Lich durchgeführt und ist mittlerweile fest in die jährliche Projektwoche der Gesamtschule eingebunden, zudem ist er als eine Maßnahme in das schulinterne Konzept für Berufs- und Studienorientierung aufgenommen worden.

Das Ergebnis der Gelelektrophorese. Foto: DBS LichWährend der letzten Projektwoche vom 01.03. bis 03.03.2017 suchten die Schülerinnen und Schüler der G9er-Klassen an der DBS mit Hilfe eines molekularbiologischen Versuchs einen geeigneten Organspender. Mit ihren weißen Schutzanzügen, den großen Schutzbrillen und den blauen Handschuhen sahen die Neuntklässler wie echte Profis aus. Nachdem sie sich mit den unbekannten Laborgeräten, wie beispielsweise der Kolbenhubpipette, vertraut gemacht hatten, startet der Versuch schon. Es wurden Reaktionsgemische aus diversen Substanzen und DNA zusammen pipettiert, welche dann mit dem eigentlichen Herzstück des Versuchs untersucht wurden – der PCR-Maschine. Dieses Gerät vervielfältigt einen kleinen Teilbereich der DNA, indem in drei Schritten, welche sich dreißig Mal wiederholen, aus der original DNA mit Hilfe der vorher hinzugefügten Substanzen Kopien erstellt werden. Dadurch wird das Erbmaterial um den Faktor 2 hoch 30 vervielfältigt. Die Proben werden dann auf ein Agarose-Gel aufgetragen und elektrophoretisch aufgetrennt. PCR und Gel-Elektrophorese sind heute Standardmethoden im Bereich der Biologie, medizinischen Diagnostik und forensischen Medizin. Auch wenn es kompliziert klingt, der Vorgang lässt sich direkt über einen Video-Beamer mitverfolgen. Am Ende sieht man das Resultat: unterschiedliche Balkenstrukturen. Doch bei zwei DNA-Proben stimmen die untersuchten Merkmale überein. Die HLA-Typisierung war erfolgreich und es konnte ein Organspender gefunden werden.

Weitere Informationen, sowie den kompletten Bericht zum molekularbiologischen Versuch finden Sie hier.