Freude über den Bewilligungsbescheid aus Berlin: v.l. Wirtschaftsförderer  Rainer Dietrich, Bürgermeister Harald Semler, „Wetzlar-Network“- Vorsitzender  Thorsten Kortemeier, Technologieberater André Noack und Netztwerkmanager Ralf Niggemann. Foto: Stadt WetzlarDer Zusammenschluss (Cluster) von heimischen Industrieunternehmen der Optik-, Elektronik und Mechanikbranche „Wetzlar Network“ hat vom Bundesforschungsministerium den Bewilligungsbescheid für Fördergelder in Höhe von 160.000 Euro für die Planung eines Forschungs- und Entwicklungsprojektes erhalten. Weitere drei Millionen Euro fließen als Projektförderung in Zusammenarbeit mit der Industrie. Gefördert wird die internationale Kooperation in Forschung und Entwicklung mit dem tschechischen Laserforschungszentrum „eli“ in Prag.

Nachdem „Wetzlar Network“ im Juni bereits als eines von elf Clustern in die engere Wahl kam, ist die Förderung nun beschlossene Sache. Die Laufzeit beginnt im Januar mit einer 18-monatigen Konzeptphase, anschließend sollen drei Projekte in drei Jahren umgesetzt werden. Beide Zentren würden von der Zusammenarbeit profitieren, so Netzwerkmanager Ralf Niggemann. „Wetzlar“ erhalte Zugang zur Hightech-Laserphysik, die in Deutschland nicht verfügbar sei, „Prag“ könne von kurzen Wege zu den hochpräzisen Industrieunternehmen im Raum Wetzlar profitieren, der mit 70 Optikbetrieben, 7.000 Beschäftigten und 2,2 Milliarden Euro Umsatz neben Jena die führende Optikregion in Deutschland sei. In Prag würden die leistungsstärksten Laser der Welt gebaut. Damit entstünden neue Anwendungsfelder etwa in der Bio- und Medizintechnik.

Der Bund fördert dieses Projekt besonders deshalb, um mittelständischen Unternehmen eine erfolgreiche internationale Kooperation bei Forschung und Entwicklung zu ermöglichen. Mit im Boot ist auch die Wirtschaftsförderung der Stadt Wetzlar, die das Optiknetzwerk von Anfang an unterstützt hat. Bürgermeister Harald Semler (FW) ist als Wirtschaftsdezernent stellvertretender Vorsitzender des Netzwerks.

Der erste Besuch einer Wetzlarer Delegation in Prag hat im August stattgefunden. Dort wurde man mit offenen Armen empfangen, ein erster Gegenbesuch in während der Messe „W3 Fair“ im Februar in der Rittal-Arena vorgesehen. Als Projektleiter wird der Technologieberater André Noack, Vorstandsmitglied des „Wetzlar Networks“, die Kooperation betreuen. In den nächsten Monaten wird mit heimischen Unternehmen sondiert, welche Projekte in Frage kommen. Interessierte Unternehmen können sich mit dem Netzwerkmanager Ralf Niggemann (Telefon 06441/992051) in Verbindung setzen.

Einige konkrete Projektideen gibt es bereits:

Adaptive Spiegel, die sogenannte Wellenfrontstörungen (z.B. durch Luft) kompensieren und etwa in der Sportoptik längere Reichweiten möglich machen. Dies könnte bei Fernrohren (Spektive) und in der Sicherheitstechnik zum Einsatz kommen.

Verfahren zur Regenerierung von Laserspiegeln. Laserspiegel degradieren aufgrund der hohen Laserleistung und müssen regelmäßig regeneriert werden. Bisher müssen Laserspiegel zur Regenerierung in die USA gebracht werden.

Weitere Ideen sind High End Spiegelhalter, High Power Ultrakurzpulslaser, Hadronentherapie, High End Messtechnik.

„Wir freuen uns über diesen Erfolg des ‚Wetzlar Network‘ und die Zusammenarbeit mit Prag“, sagte Bürgermeister Semler, „dies belegt erneut, dass die Region Wetzlar mit der optischen Industrie ein innovatives, zukunftsweisendes Standbein hat.“