TalentZ GründerWir haben ein Interview mit Fabian und Patrick, zwei Konzernaussteigern, die mit ihrer Umsetzungsstärke und Kreativität an die Grenzen der klassischen Arbeitswelt gestoßen sind, geführt und über ihr eigenes Startup gesprochen. Spannend zu sehen, dass alleine arbeiten nicht immer die Lösung ist. 

Zunächst einmal paar einleitende Worte zu euch. Was macht euch aus und wie läuft es bei euch denn momentan so?

Wir haben TalentZ gegründet und sind stetig im Wachstum. Uns machen unsere gemeinsame Werte vor allem in Bezug auf Nachhaltigkeit aus. Wir leben diese nicht nur im privaten Bereich, sondern verankern sie auch im Geschäftsmodell unseres Startups. Wir haben uns gefunden und wachsen Schritt für Schritt immer mehr zusammen. 

Am 29.08 hat wir TalentZ, die neue Talent Sharing Plattform, beim Summer Summit 2019 in Frankfurt vorgestellt . Vorhergegangen war ein Pilotprojekt mit der Lufthansa Group, in dem wir unser Konzept des Talent Sharings erstmals mit großem Erfolg testen konnten.

Ihr habt vor ca. 1,5 Jahren die Startup Weekend Trophäe mit nach Hause genommen, wie erging es euch nach dem Sieg?

Das Startup Weekend und die Auszeichnung mit dem ersten Platz waren einer der wichtigsten Meilensteine in der Entwicklung von TalentZ. Das ursprüngliche Sieger-Team von vier, hat in den ersten 5-8 Woche weiterhin zusammengearbeitet und im Rahmen von zwei Workshops im Co-Working Space „ab Idee ok“ das Geschäftsmodell weiterentwickelt.

Knapp 2 Monaten nach dem Startup Weekend bestand das Team nur noch aus mir (Fabian) und Patrick, der dann als Co-Founder und CTO von TalentZ eine feste Rolle im Startup übernahm. Gemeinsam haben wir immer weiter an dem Produkt gearbeitet und uns mit Freelancer Jobs, als Entwickler und Berater, über Wasser gehalten und TalentZ weiter finanziert. Diese Phase ging ein gutes halbes Jahr, bis wir im Januar tatsächlich ein Pilotprojekt mit der Lufthansa Group starten durften.

Seitdem hat sich viel getan. Wir haben zahlreiche Talente in andere Unternehmen vermittelt und haben unsere „Learnings“ mit der Lufthansa genutzt, um jetzt die erste öffentliche Talent Sharing Plattform zu launchen.

Was waren rückblickend die wichtigsten Erkenntnisse, die Ihr aus dem Startup Weekend gezogen habt?

Kurz und knapp: „Better together!“

Ich (Fabian) habe vor dem Startup Weekend alleine an meiner Idee gearbeitet und Patrick erst dort kennengelernt. Ohne diese Begegnung würde TalentZ heute nicht mehr existieren. Außerdem haben wir die „Macht des Storytellings“ für uns erkannt, da wir so auch den Pitch gestaltet haben, mit dem wir gewonnen hatten.

Ihr seid in Frankfurt angesiedelt, Patrick ist jedoch aus Mittelhessen. Was würdet ihr sagen, hat euch bewegt nach Frankfurt zu gehen?

Ich (Fabian) wohne in Frankfurt und hatte das Unternehmen bereits dort gegründet bevor ich nach Mittelhessen gekommen bin. Der maßgebliche Grund für die Entscheidung in Frankfurt zu bleiben war das Netzwerk und die Kontakte zu Unternehmen, die in Mittelhessen leider nicht gegeben waren.

Was hat Mittelhessen zu bieten, was Frankfurt nicht kann und anders rum?

Beide Städte bieten ein diverses Unternehmensumfeld, das für unser Geschäftsmodell natürlich besonders spannend ist. Frankfurt überzeugt durch viele Events, Messen und Begegnungsorte für Startups und klassische Wirtschaft. Gießen punktet dagegen mit seinem günstigeren Preisniveau und vielen Studenten, die der Stadt eine gewisse Dynamik geben.

Habt Ihr Empfehlungen für junge Gründer, die sich mit ihrem Produkt oder ihrer Idee noch in der frühen Findungsphase aufhalten?

Redet mit jedem über die Idee, die ihr habt und nicht nur mit Eltern und Freunden. Geht auf Meetups, sprecht mit erfahrenen Gründern oder Selbstständigen und klärt grundsätzliche Themen und Herausforderungen eurer Geschäftsidee. Sobald ihr das wesentliche geklärt habt, solltet ihr „einfach anfangen“. Viele Menschen werden euch immer noch sagen, dass sie nicht glauben, dass ihr damit erfolgreich sein könnt, aber das ist völlig normal. Vielen der Menschen begegnet man einige Jahre oder Monate später und plötzlich heißt es dann „Ich habe es ja schon damals gewusst, dass das eine tolle Idee ist!“. Merkt euch einfach immer den Spruch „Wenn es einfach wäre, hätte es schon jemand getan“ und nicht jeder hat den Mut etwas aufzubauen, was es noch nicht gibt.

Wenn ihr dann gründet, solltet ihr das in Vollzeit machen. Teilzeitgründer funktioniert meist nicht. Ihr müsst alles auf eine Karte setzen, auch wenn es sich am Anfang vielleicht zu riskant anfüllt. Ohne die Angst zu scheitern fehlt euch etwas.